Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, wie Heraklit einst meinte, dann müsste er auch der Vater des Humors sein. Dieser oder ein ähnlicher Gedanke mag ProSieben denn auch dazu veranlasst haben, sich mit Willkommen im Krieg dem schwierigsten aller Kunststücke zuzuwenden: Der Mischung von Krieg und Komik.
Willkommen im Krieg beginnt schablonenhaft mit einer Verwechslung: Anstelle des Mustersoldaten Maddel wird sein geistig leicht überforderter Freund Martin nach Afghanistan geschickt, nachdem sich die Beiden zuvor bewusstlos getrunken haben. Als Martin wieder halbwegs bei Besinnung ist, findet er sich in einem gepanzerten Fahrzeug wieder, das gerade von Aufständischen attackiert wird. Der sonst um keinen dummen Spruch verlegene Martin würgt sich entsprechend erst einmal die Seele aus dem Hals. Im Bundeswehralltag angekommen ist er aber schon kurz darauf dabei, das eintönige Dasein seiner Kameraden mit Bier und Pokerrunden aufzubessern, und – auch hier ist Schablonenhaftigkeit das Stichwort – natürlich auch noch der Quotenfrau des Films, in diesem Fall der Sanitäterin Nina, nachzusteigen.
Und der Krieg? Auch der findet ab und an statt, Todesfälle inklusive, nimmt jedoch weit weniger Raum ein als die Notwendigkeit, Tausende Kilometer von Deutschland entfernt Abgasuntersuchungen an den Einsatzfahrzeugen vorzunehmen oder sich in ähnlichen Überflüssigkeiten zu ergehen. Eine davon ist einer der gelungeneren Gags des Films, eine sinnlose Brücke, die von den Deutschen mit großem Aufwand gebaut und bewacht wird, um eines fernen Tages eine Woche im Jahr ihren Dienst zu tun. In Momenten wie diesen überzeugt Willkommen im Krieg durch interessante Einblicke in das Wirklichkeitsfremde der Afghanistan-Mission.
Die meiste Zeit über bleibt der Film allerdings auf dem Niveau eines Paukerfilms stehen, in dem Offiziere die Rolle der Lehrer einnehmen und Hauptfigur Martin eine erschreckende Ähnlichkeit mit seinem geistigen Vorgänger Pepe Nietnagel entwickelt. Anstelle intelligenter Persiflage gibt es Blödeleien, und wo immer der Film auch nur in die Nähe von Tiefgründigkeit zu geraten droht, dreht die Handlung sofort wieder in Richtung Platitüde ab. Das Grundkonzept, der neuen deutschen Kriegsrealität mit Humor beizukommen, ist insofern gar nicht einmal so absurd, wie man das zunächst vermuten würde, und seine Umsetzung ist gelungener, als das zu erwarten war. Letzten Endes fehlt es Willkommen im Krieg jedoch an dem Mut, sein Potential auszuschöpfen und mehr zu sein, als eine Wegwerf-TV-Komödie im Pepe-Stil.
Willkommen im Krieg läuft heute um 20:15 Uhr auf ProSieben.
