Vom alljährlichen Klassiker bis zur Blockbuster-Free-TV-Premiere: DIe TV-Sender warten zum Fest mit Highlights für jeden Geschmack auf. (Foto: Tomas Hellberg, flickr.com/people/tomhe, Lizenz CC BY-NC-SA 2.0)
Anlässlich der bevorstehenden Feiertage haben die TV-Sender auch dieses Jahr wieder so einige Highlights zu bieten. Wir haben uns das TV-Programm vom heutigen Sonntag bis zum 26. Dezember vorgenommen und stellen euch ausgewählte Tipps vor – von alljährlichen Klassikern bis zum topaktuellen Blockbuster.
Los geht’s heute, einen Tag vor Heiligabend. Bereits um 10 Uhr zeigt Das Erste das 2011 vom MDR auf der Burg Querfurt produzierte Märchen „Die zertanzten Schuhe“ mit Dieter Hallervorden, Carlo Ljubek und Inez Bjørg David in den Hauptrollen. Bei der Premiere am zweiten Weihnachtsfeiertag 2011 erreichte der Film rund 2,3 Mio. Zuschauer, Susanne Liebau von TV-Kult schrieb dazu: „Ein wunderschönes Märchen mit fabelhafter Besetzung und magischen Spezialeffekten. Sehr zu empfehlen!“ Aus der gleichen ARD-Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“ stammt auch die Version von „Rapunzel“, die ab 12 Uhr im Ersten gezeigt wird.
Ebenfalls ab 10 Uhr startet auf ProSieben ein über fünfstündiger US-Teenie-Tanzfilm-Marathon: Den Anfang macht „Make It Happen – Lebe deinen Traum“ aus dem Jahr 2008. Co-Drehbuchautor Duane Adler lieferte auch die Vorlage für den 11:35 Uhr anschließenden Film „Step Up“ aus dem Jahr 2006, bei dem Star-Choreografin Anne Fletcher Regie führte und selbst in einer Nebenrolle als Tanzlehrerin auftritt. Ab 13:30 Uhr läuft die Fortsetzung „Step Up To The Streets“, die 2008 den Teen Choice Award in der Kategorie „Choice Movie: Drama“ errang.
Einen Blick wert ist auch das französische Drama „Der Junge und der Wolf“ ab 13:05 Uhr im Ersten. Darin geht es um einen sibirischen Rentierschäfer, der in Konflikt mit den Gesetzen seiner Sippe gerät, als er sich mit einem Wolfsrudel anfreundet. Der Dreh vor Ort verspricht beeindruckende Bilder sibirischer Schneelandschaften, die Story selbst soll aber mitunter recht langatmig sein. Auf den anschließenden Weihnachtsklassiker „Der kleine Lord“ wollen wir nur am Rande aufmerksam machen: Wer noch nicht gesehen hat, wie der siebenjährige Cedric Errol das Herz seines griesgrämigen englischen Großvaters, des Earls von Dorincourt, erweicht, sollte das dringend nachholen. Alle anderen wissen bereits, warum die britische Verfilmung von 1980 ähnlich berühmt und beliebt ist, wie „Dinner for One“ an Silvester.
Schließlich hält Sat.1 im Nachmittagsprogramm ab 14:05 Uhr noch einen weiteren Griesgram bereit: Aus der Primetime des Vorabends wird „Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ wiederholt, in dem der geizige, alte Ebenezer Scrooge von den Geistern der Weihnacht heimgesucht wird. Dank „Motion-Capture-Technik“ besetzt Jim Carrey nicht nur die Haupt-, sondern auch gleich noch mehrere Nebenrollen.
In der Primetime ab 20:15 Uhr schließlich kämpfen RTL und ProSieben mit je einer Free-TV-Premiere um vermutlich recht unterschiedliche Zielgruppen. RTL zeigt die 2011 komplett neu digitalisierte Fassung des erfolgreichsten Zeichentrickfilms aller Zeiten: „Der König der Löwen“. Das erste Walt-Disney-Meisterwerk, das offiziell nicht auf einer Vorlage basiert, erhielt 1994 und 1995 unter anderem je Oscar und Golden Globe für die beste Filmmusik und den besten Song „Can you feel the love tonight“, sowie den Golden Globe für den Besten Film in der Kategorie „Comedy/Musical“. Wortwörtlich rasanter geht es dagegen auf ProSieben zu: Im „Beinahe-Katastrophen-Film“ „Unstoppable – Außer Kontrolle“ versuchen Denzel Washington und Chris Pine einen unbemannten Güterzug beladen mit giftigen Chemikalien wieder unter Kontrolle zu bringen.
Heiligabend erhöht sich die Dichte der Highlights natürlich noch einmal deutlich. Obwohl das Programm insgesamt erwartungsgemäß besinnlich bis humorvoll geprägt ist, gehen die Sender das Fest doch sehr unterschiedlich an. Da wäre zum Beispiel ProSieben: Die Münchner setzen ab 13:45 Uhr auf einen US-Comedy-Marathon mit vier Folgen „Two and a half men“, fünfmal „How I met your mother“, viermal “Die Simpsons” und ab 20:15 Uhr schließlich ganze acht Folgen “The Big Bang Theory”, letztere werden bis 3 Uhr direkt noch mal wiederholt. Auch der Schwestersender Sat.1 hat sich dem Humor verpflichtet. Schon ab 7:55 Uhr geht Eddie Murphy zunächst in den Achtziger-Komödien „Der Prinz aus Zamunda“, „Die Glücksritter“ (10:10 Uhr) und schließlich in „Die Geister, die ich rief…“ (12:25 Uhr) zu Werke. Nach zwei jüngeren Filmen folgt das altbekannte, aber liebenswürdige „Wunder von Manhattan“ (17:45 Uhr), bevor ab 20:15 Uhr Macaulay Culkin als „Kevin“ zunächst „allein zu Haus“ und anschließend „allein in New York“ auf sich selbst gestellt ist. Kabeleins dagegen setzt alternativ auf die Abenteuer-Schiene. Während am Vormittag noch „Sindbad“ und „Die Piratenbraut“ gegen übermächtige Gegner antreten, steht der Nachmittag mit „Unter Geiern“, „Der Ölprinz“ und „Der Schatz im Silbersee“ ganz im Zeichen des Karl May. RTL hält ab 12:55 Uhr mit fast sechs Stunden „Zurück in die Zukunft“ I-III dagegen.
Für Märchenliebhaber darf zu Weihnachten natürlich der Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nicht fehlen – wahlweise um 11:10 Uhr im Ersten oder ab 14:35 Uhr im WDR. Wer Neuverfilmungen gegenüber offen ist, kann es auch mit der diesjährigen deutsch-österreichischen Variante von „Die Schöne und das Biest“ ab 15:25 Uhr im ZDF versuchen. Überhaupt hält das ZDF ab 10:10 Uhr mit „Der Grüffelo“ und dessen Fortsetzung „Das Grüffelokind“, der „Muppets Weihnachtsgeschichte“ (11:10 Uhr) sowie zwei Filmen aus der Astrid-Lindgren-Reihe ein buntes Programm für Kinder und Junggebliebene bereit. Dieser Reihe hinzuzufügen ist noch der „literarisch anspruchsvolle, aber reichlich kitschige“ 1982er Zeichentrickfilm „Das letzte Einhorn“. In der Primetime empfehlen wir zum einen die vierte Verfilmung von Thomas Manns Familiendrama „Buddenbrooks“ aus dem Jahr 2008 im ZDF oder zum anderen die digital überarbeitete Version von Steven Spielbergs Meisterwerk „E.T. – Der Außerirdische“ auf VOX.
Der erste Weihnachtsfeiertag wartet mit zahlreichen Wiederholungen auf – verständlich, dass die Sender ihre Trümpfe mehrfach verwerten und das angesichts konkurrierender Familien-Festtagsgelage gleich noch als Service verkaufen. Wer nach einem Sat.1-Abend den dritten Teil der „Kevin allein“-Reihe sehen möchte, dem bleibt wenig Zeit zum Ausschlafen: Ab 9:25 Uhr ist Kevin „Wieder allein in New York“. Noch früher beginnt Kabeleins um 7:10 Uhr mit der Ausstrahlung der ersten drei „Planet der Affen“-Verfilmungen von 1968 bis 1971 – die Originale wurden besonders für Masken, Kostüme und Musik gelobt und gelten als deutlich gesellschaftskritischer als die Neuverfilmung von 2001. Ebenfalls nostalgischer hätten wir uns die Märchen im ZDF (8:10 Uhr „Hänsel und Gretel“, 9:25 Uhr „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“) und im Ersten (13:40 Uhr „Die Prinzessin auf der Erbse“, 14:40 Uhr „Frau Holle“, 15:40 Uhr „Rotkäppchen“ und 16:40 Uhr „Schneeweißchen und Rosenrot“) gewünscht – hier handelt es sich jeweils um deutsche Produktionen nach 2005. Fans der alten tschechischen und russischen Märchen empfehlen wir deshalb einen Blick auf maerchen-filme.de.
ProSieben hat den Nachmittag Michael „Bully“ Herbig versprochen: Los geht’s um 13:10 Uhr mit „Lissi und der wilde Kaiser“, um 14:40 Uhr geht’s in „(T)Raumschiff Surprise“ auf Zeitreise und ab 16:30 Uhr wird in „Der Schuh des Manitu – Extra Large“ der Klappstuhl ausgegraben. Die original „Sissi“-Reihe von 1955 bis 1957 mit Kaiserin Romy Schneider und Kaiser Karlheinz Böhm läuft übrigens ab 16:25 Uhr auf Kabeleins, und VOX zeigt von 13:45 Uhr bis 17:00 Uhr den britisch-amerikanischen Zweiteiler „Merlin“ mit Sam Neill. Am Vorabend lohnt sich außerdem ein Blick zu RTL II: In „Small Soldiers“ (16:15 Uhr) zettelt eine Gruppe außer Kontrolle geratener High-Tech-Spielzeugsoldaten einen Kleinkrieg gegen friedliebende Monsterfiguren an, anschließend läuft um 18:05 Uhr Rob Cohens Ritter-Fantasy „Dragonheart“.
Um 20:15 Uhr ist’s dann vorbei mit Ruhe und Besinnlichkeit: ProSieben schickt die Transformers auf Rachefeldzug, RTL hält mit der Free-TV-Premiere des ersten Finalteils „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ dagegen. Aber auch der 2010er Bad-Banker-Thriller „Wall Street – Geld schläft nicht“ mit Michael Douglas und Shia LaBeouf ist nicht zu unterschätzen – „spannende Unterhaltung auf hohem Niveau“ urteilt cinema.de, in der IMDb ist der Film mit 6,2 von 10 User-Sternen bewertet. Den Nachteulen und Rekorder-Besitzern unter euch sei außerdem ab 23:25 Uhr Das Erste wärmstens empfohlen: Hier läuft – auch als Free-TV-Premiere – der Psychothriller „Shutter Island“ mit Leonardo DiCaprio. „Sehr“ bis „absolut sehenswert“ urteilen filmstarts.de und cinema.de, zum Vorgeschmack hier noch der Trailer:
Am zweiten Weihnachtsfeiertag schließlich laufen vormittags fast nur noch Wiederholungen, der Vollständigkeit halber sei hier auf die US-Komödien „Richie Rich“ und „Versprochen ist versprochen“ auf VOX hingewiesen, die bereits Montagabend liefen. Das ZDF setzt mit „Pipi in Taka-Tuka-Land“ (8:15 Uhr) und „Michel muss mehr Männchen machen“ (14:05 Uhr) die Astrid-Lidgren-Reihe fort, dazwischen werden die relativ neuen Märchen-Produktionen „Rumpelstilzchen“ (9:45 Uhr), „Aschenputtel“ (11:10 Uhr) und „Die sechs Schwäne“ (12:35 Uhr) gezeigt. Fortgesetzt wird das Märchenangebot ab 13:40 Uhr im Stundentakt im Ersten mit „Des Kaisers neue Kleider“, „König Drosselbart“, „Hänsel und Gretel“ sowie „Allerleirauh“.
Romantisch bis tragisch geht es am Nachmittag bei VOX zu: „Auf immer und ewig“ ab 12:55 Uhr verlagert das Aschenputtel-Märchen an den französischen Königshof im 16. Jahrhundert. „Eine ausgesprochen kurzweilige Märchen-Unterhaltung, die durch gute Darstellerinnen, eine opulente Ausstattung und auserlesene Schauplätze überzeugt“, urteilt das Lexikon des Internationalen Films. Aus dem gleichen Jahr – 1998 – stammt das ab 15 Uhr folgende Drama „Rendezvous mit Joe Black“ mit Brad Pitt und Anthony Hopkins. Ähnlich starbesetzt und fast zeitgleich beginnt um 15:20 Uhr auf Kabeleins „Ghost – Nachricht von Sam“ mit Patrick Swayze, Demi Moore und Whoopi Goldberg, letztere wurde für ihre Nebenrolle sogar mit dem Oscar und dem Golden Globe geehrt. Für Fantasy-Fans mit Humor bieten sich am späteren Nachmittag „Hook“ (17:35 Uhr) auf Kabeleins oder „Ghostbusters – Die Geisterjäger“ plus Fortsetzung ab 16:05 Uhr auf RTL II.
In der Primetime schließlich wenig Neues, aber viel gern Gesehenes: Sat.1 zeigt in der Free-TV-Premiere „Eat, Pray, Love“ die autobiographische Selbstfindung der Autorin Elizabeth Gilbert, gespielt von Julia Roberts. Auch wenn der Film im Kino recht erfolgreich anlief, wurde er doch für seine Oberflächlichkeit kritisiert: „Selbstfindung à la Hollywood – wo das Verspeisen eines Nudelgerichts als Hochkultur durchgeht, bleibt wahre Erkenntnis eben zwangsläufig auf der Strecke.“ RTL zeigt derweil den zweiten Teil der „Herr der Ringe“-Triologie „Die zwei Türme“, auf ProSieben mimt Will Smith in der Action-Komödie „Hancock“ den etwas anderen Superhelden und auf Kabeleins schleicht sich Robin Williams als stacheliges Kindermädchen „Mrs. Doubtfire“ in seine eigene Familie ein. Zum Schluss erneut eine Empfehlung an den 23:25 Uhr-Slot im Ersten: Oscar-Preisträger George Clooney als geistig abgehobener Frontkämpfer mit magischem Auge in der Satire „Männer, die auf Ziegen starren“.
Wie sieht’s bei euch aus, welche Sendungen stehen bei euch fest im Feiertags-TV-Plan? Wir freuen uns auf Meinungen und weitere Tipps in den Kommentaren!
